/* GOOGLE ANALYTICS */ /* MAATOO */

Die meisten Verlage und Druckereien verschicken ihre Magazine in Folien verpackt an die Leserinnen und Leser. Das ist insgesamt viel Kunststoff, der sich da tagtäglich anhäuft. Doch die Folien sind ökologisch sinnvoller als Kuverts aus Papier.

Ein Leser des Tauchermagazins «Nereus» des Schweizer Unterwasser-Sport-Verbandes SUSV, das von der AST & FISCHER AG gedruckt und verschickt wird, meldete sich zu Wort: Da sähen die Taucherinnen und Taucher immer wieder den ganzen Müll und Plastik im Meer schwimmen, und dann werde das Magazin des Verbandes in Folien versandt. Täglich müssten nach dem Gang zum Briefkasten mehrere Magazine ausgepackt werden, die Folien landeten im Müll. «Wir nahmen die Frage ernst, denn Nachhaltigkeit wird bei uns grossgeschrieben», sagt Roger Bourquin, Produktionsleiter bei der AST  & FISCHER AG. Auch sie schweisst einen grossen Teil aller Broschüren, Zeitschriften und Kataloge, die sie druckt, in Folien ein. Rund fünf Tonnen Kunststoff verbraucht die Druckerei dafür pro Jahr. Die Frage ist daher berechtigt: Wie steht es um die Energiebilanz und den ökologischen Fussabdruck der Folien im Gegensatz zur Alternative Kuvert? Bourquin ging der Sache nach.

Energiebilanz 20 Prozent besser

Das Resultat seiner Recherchen: Die Folien sind besser als ihr Ruf. Sie sind dünner und leichter als Kuverts – und haben einen deutlich besseren ökologischen Fussabdruck als die Verpackungsvariante aus Papier. Laut Untersuchungen der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) ist die Energiebilanz bei den Folien um 20 Prozent besser als bei Kuverts. Einzig der verpackungsfreie Versand von Zeitschriften, also mit Etikette oder aufgedruckter Adresse, schneidet ökologisch besser ab. Das Resultat wurde bei einer ähnlichen Studie, in der Plastiksäcke mit Einkaufstüten aus Papier verglichen wurden, bestätigt. Auch der Bundesrat stützt sich auf die Untersuchungen der Empa – und lehnte es 2014 ab, die Nachhaltigkeit des Zeitschriftenversands zu regeln, wie dies in einer Motion gefordert wurde: «Aus der Sicht des Bundes besteht kein Handlungsbedarf für eine rechtliche Regelung für Verpackungen der Zeitschriften. Entsprechende Vorschriften würden einen unverhältnismässigen Eingriff in die Handels- und Gewerbefreiheit darstellen.» Auch René Theiler, Projektleiter Technik und Umwelt beim Verband der Schweizer Druckindustrie VSD, stützt sich auf das Urteil der Empa und die Einschätzung des Bundesrates. Das Thema bewege den Verband immer wieder, sagt er, «vor allem die Konsumentinnen und Konsumenten haben immer wieder Fragen zum Plastik rund um das Druckprodukt».

Vorteile überwiegen

Die Folie sei nicht nur umweltfreundlicher, sagt Bourquin, sie habe auch viele Vorteile für die versendenden Unternehmen sowie für die Leserinnen und Leser. So seien Folien leichter als Papier, was den Versand verbillige. Die transparenten Folien ermöglichen im Gegensatz zum Kuvert, dass die Empfänger den Inhalt sofort erkennen. Und sie schützen ihn gegen Feuchtigkeit und Transportverletzungen. Zum Teil wird die Sendung durch Hitze geschrumpft, was eine Zeitschrift oder einen Katalog zusätzlich stabilisiert und schützt. Laut Bourquin ist der Schutz der Sendung der Hauptgrund, weshalb aufgedruckte Adressen oder Etiketten für die Kunden der AST & FISCHER AG nicht infrage kommen – trotz ihres ökologischen Vorteils. Ein weiterer Grund sei, dass Folien die einzelnen Beileger innerhalb einer Sendung zusammenhielten, also etwa einer Zeitschrift beigelegte Flyer oder Werbebroschüren. Der Absender habe dadurch die Möglichkeit, auch Proben oder kleine Geschenke in der gleichen Sendung zu verschicken, sagt Bourquin: «Die Folie kann ganz individuell an das zu verpackende Stück angepasst werden, auch Sonderformate sind möglich.» Auch die individuelle Adressierung der Sendung sei möglich. «Unternehmen investieren viel Zeit und Geld in die Versendung des Werbematerials, sie setzen daher auf jene Variante, die billiger ist, den Inhalt besser schützt und mehr Möglichkeiten bietet», sagt Bourquin.

Gegen die Müllteppiche auf den Ozeanen

Auch das Magazin «Nereus» wird aus diesen Gründen weiterhin in Folien verpackt verschickt. «Wichtig ist neben einem sparsamen Verbrauch in erster Linie, dass wir den Müll richtig trennen und entsorgen, damit der Kunststoff nicht in die Weltmeere gelangt», sagt «Nereus»-Redaktor René Buri. Auch er sehe beim Tauchen immer wieder Plastik im Meer schwimmen, und auch ihn beschäftigten die riesigen Müllteppiche auf den Ozeanen. 100 bis 142 Millionen Tonnen Müll befinden sich laut Schätzungen in den Meeren. Und jährlich kommen bis zu zehn Millionen Tonnen dazu. Der herumtreibende Müll bedrohe die Meerestiere akut, sagt Buri. Wie die meisten Taucher sammle daher auch er jedes Plastikteil ein, das er auf seinen Tauchgängen finde. «Wir entsorgen es dann jeweils im Abfall – doch dieser landet leider allzu häufig wieder im Meer», sagt er. Er sieht die Lösung deshalb eher darin, in der Entwicklungshilfe ein Augenmerk auf die Abfallentsorgung zu legen. «Wir sollten in armen Ländern nicht nur Schulen und Brunnen bauen, sondern auch Kehrichtverbrennungsanlagen», sagt er.

NACHGEFRAGT:
«Wir prüfen Alternativen»


Michael Waber, Kundenberater und Partner bei der AST & FISCHER AG, zur Problematik von Plastik für unsere Umwelt:

Michael Waber, Folien haben den besseren ökologischen Fussabdruck als Kuverts. Trotzdem: Plastikmüll ist nicht nur im Meer ein Problem – auch in Schweizer Seen finden sich zum Teil hohe Konzentrationen von Mikroplastik. Eine Studie der ETH Lausanne fand heraus, dass viele Plastikabfälle aus dem Genfersee teils mit stark giftigen Substanzen verunreinigt sind. Ist Plastik vielleicht doch nicht die beste Wahl?

Wir nehmen dieses Problem sehr ernst und sind stets auf der Suche nach Alternativen. Als nachhaltig denkendes Unternehmen möchten wir möglichst umweltfreundlich produzieren.

Was gäbe es denn für Alternativen zu den Folien?

Es gibt kompostierbare Folien, die sich nach nur sechs Monaten selbst auflösen. Sie haben jedoch den Nachteil, dass sie sich auch bei uns im Lager auflösen und daher ungeeignet sind für die Produktion. «Unverpackt» war auch im Lebensmittelbereich lange Zeit tabu, nun liegt es voll im Trend.

Müssten auch Zeitschriftenverlage und Leser zugunsten der Umwelt umdenken?

Unbedingt! Wir als Verarbeiter, aber auch Kunden, Verlage sowie die Schweizerische Post sind gefordert, das Thema anzugehen und die Suche nach umweltfreundlicheren Lösungen voranzutreiben.

Bildquellen: AST & FISCHER AG

Kommentare(5)

  • Mitch H. aus B.
    31. Mai 2018, 15:13  Antworten

    Habt ihr denn schon mal die Empfänger gefragt, ob die die Verpackung wirklich wollen/brauchen? Wenn ja warum? Könnte er verzichten? Macht er sich selber Überlegungen zu Alternativen resp. wie wichtig ist ihm dieses Thema wirklich? Fragt die mal auf der Strasse oder beim Kundenmeeting, da werdet ihr möglicherweise interessante Rückmeldungen erhalten. Viel Erfolg.

  • F aus T
    31. Mai 2018, 19:29  Antworten

    Ist die Entsorgung, Kosten, Aufwand und Umweltbelastung von Plastikmüll aus den Ozeanen, Seeen und Flüsse auch mitberechnet und berücksichtigt worden beim berechnen der ökologischen Fussabdruck von Plastik?

  • af_admin
    1. Juni 2018, 8:44  Antworten

    Lieber Mitch
    Herzlichen Dank für Deine Fragen. Es kommt immer wieder vor, dass wir Zeitschriften mit Direktadressierung ohne Folien versenden.
    Sobald aber Beilagen mitgesteckt werden, wird eine Umhüllung nötig, welche wir möglichst umweltgerecht einsetzen.

    Wir sind überzeugt, dass sich in diesem Bereich noch einiges an Versandarten und –materialien verändern wird und dabei wollen wir im Sinne unserer Kunden einen proaktiven und verantwortungsvollen Part übernehmen.

    Beschti Grüess
    Daniel Troxler

  • af_admin
    5. Juni 2018, 11:20  Antworten

    Danke für deine Frage, F.
    Mehr zu dem Thema findest du in der grauen Box neben dem Beitrag.

    Viele Grüsse
    Dein AST & FISCHER Team

  • S.Q.
    17. April 2019, 0:12  Antworten

    Beendet doch diesen unnötigen Unsinn mit den Verpackungen !! Seit es die Post gibt ging es auch sehr lange ohne diesen Unsinn !!!
    Als ob wir keine anderen Sorgen hätten

Kommentieren